| Veranstaltung: | Jahreshauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6.3.2. Frauenplätze (3) |
| Antragsteller*in: | Laura Schäfers (KV Düsseldorf) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 18.03.2026, 19:09 |
BEW4: Laura Schäfers
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
was ist eine Awarenessgruppe? Viele denken als erstes an lila Westen auf Festivals. Und das ist absolut richtig. Awareness beginnt aber schon viel früher: im alltäglichen Umgang miteinander und dem stetigen Wachsamsein – dem Bewusstsein eben. Ich bin Lisa deshalb sehr dankbar für das umfassende und auch auf Prävention ausgerichtete Awarenesskonzept.
Zu mir: Das Thema Wertschätzung zieht sich rückblickend betrachtet durch mein Leben. Früher war da oft ein Gefühl von Ohnmacht, wenn ich Ungerechtigkeiten oder respektlosen Umgang (mit)erlebt habe. Ich habe mich „herrlich“ am Schulsystem und seinen Ungleichbehandlungen abgearbeitet und wer kennt nicht diese Mitschüler (Gendern i.d.R. nicht nötig), die genau das wiederholen, was vorher schon gesagt wurde und dafür gute mündliche Noten bekommen?
Aber aus meiner Wut und Ohnmacht sind mit der Zeit Selbstwirksamkeit und Kompetenzen entstanden:
Angefangen mit Streitschlichtung in der Schule und einer Ausbildung im aktiven Zuhören. Später in der Partei als SG-Sprecherin (2022-2024) und im Chor – denn der Ton macht nicht nur beim Musizieren, sondern auch im Umgang miteinander die Musik. Und auch bei der Arbeit, selbst angesichts von Hierarchien und wenn Stress und Zeitdruck hoch sind. Immer wieder ging es mir um die gleiche Frage: Wie gehen wir miteinander um, wie kommunizieren wir intern?
Als Soziologin beobachte ich Menschengruppen und Strukturen. Ich sehe Dynamiken und unausgesprochene Regeln. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen und hinzuhören. Eine Schulung zur Ersten Hilfe bei sexualisierten Übergriffen im Kölner Projekt EDELGARD (vergleichbar mit „Ist Luisa hier?“) hat mir klargemacht: Unterstützen heißt nicht, Hilfe aufzudrängen. Awareness bedeutet nicht, immer zu wissen, was richtig ist – sondern präsent, empathisch und handlungsfähig zu bleiben, ohne anderen die Deutungshoheit zu nehmen. Zuhören, Vertraulichkeit wahren und nur im Einverständnis handeln – das ist essenziell. Und manchmal auch ein schmaler Grat. Deshalb freue ich mich auf den vertraulichen Austausch im Team der AWG.
Die FINTA*-Runde und viele unserer innerparteilichen Diskussionen haben gezeigt: Wir alle tragen gesellschaftliche Prägungen in uns, die manchmal unbewusst ausschließen. Aber wir sind bereit, uns damit auseinanderzusetzen. Genau das ist unsere Stärke und der Grund, warum ich Grüne bin. Nur, wenn wir intern achtsam, respektvoll und solidarisch sind, können wir nach außen glaubwürdig Politik machen.
Denn wir machen Politik für Menschen. Und deshalb ist der Umgang mit Menschen die wichtigste Grundlage unserer politischen Arbeit. Besonders im Ehrenamt dürfen wir uns nicht gegenseitig kaputt machen – gerade weil wir so unterschiedliche Perspektiven, Kapazitäten und Meinungen haben. Ich freue mich deshalb auch sehr über den Antrag V2 „Ehrensache“ von Samy, Jenny, Harald, Barbara und Anas.
Mir liegt sehr daran, dieses wertschätzende Miteinander weiter zu stärken, damit sich alle einbringen können – ohne Angst oder Ohnmacht. Das ist unsere Basis. Ohne gegenseitige Wertschätzung ist alles andere nichts.
Deshalb bitte ich euch um euer Vertrauen für die nächsten zwei Jahre in der Awarenessgruppe.
Vielen Dank. 🌻
PS: Ich möchte explizit auch die Randbezirke und besonders den Düsseldorfer Süden vertreten. Ich bin Mitglied der SG10 und dort aufgewachsen, wohne aber inzwischen in Benrath (9).
- Alter:
- 28
- Geschlecht:
- weiblich
- Geburtsort:
- Langenfeld
- Stadtbezirksgruppe:
- 10
Unterstützer*innen
- Gerhild Loer
- Anja Dürselen
- Lisa Schulz-Achelis
- Michael Dürselen
- Jens Frantzen