| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 29. April 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2.3.2. Zweites Votum, offen |
| Antragsteller*in: | Samy Charchira (KV Düsseldorf) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 29.04.2026, 07:05 |
BEW8: Samy Charchira
Selbstvorstellung
Liebe Freund:innen,
ich bewerbe mich um das 2. Votum im KV Düsseldorf, weil ich bei der kommenden Landtagswahl weiter dafür kämpfen werde, dass wir unsere Demokratie wehrhaft halten, Integration gelingen muss und Vielfalt als unsere Stärke in den Mittelpunkt stellen.
Die modernste Schule nützt wenig, wenn sie von Rechts unterwandert wird. Das beste Klimakonzept hilft nicht viel, wenn Parlamente von Demokratiefeinden lahmgelegt werden. Die tollsten Begegnungsformate verpuffen, wenn wir zulassen, dass Hass unsere Mitte zersetzt. Deshalb: Der Kampf für unsere Demokratie ist nicht ein Thema neben vielen – er ist das vordringlichste Thema, im Land, im Bund, in der Kommune.
1️⃣ Demokratie stärken – Radikalisierung verhindern
Seit zwölf Jahren leite ich das Flaggschiff der Demokratiestärkung in Düsseldorf: „Demokratie leben!“. Wir fördern jährlich 30 bis 40 Projekte für Demokratie, Vielfalt und Extremismusprävention. Wir stärken demokratische Strukturen, wo sie brüchig werden, und bekämpfen Rechtsextremismus, bevor er in die Mitte wuchert. Diese Arbeit ist anstrengend, aber sie wirkt – auf der Straße, in Vereinen, Schulen und Kultureinrichtungen.
Und dennoch reicht das nicht. Deshalb kämpfe ich
- für ein Demokratie-Beteiligungsgesetz für NRW, denn wir müssen den Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus als Daueraufgabe manifestieren – mit verlässlicher Finanzierung statt befristeter Fördergelder für NGOs und Träger. Und wir müssen die Extremismusprävention in unserem Land stärken und unser Landesprogramm „Wegweiser“ zu einem phänomenübergreifenden Zentrum für Radikalisierungsprävention ausbauen.
- Ich kämpfe für ein Landesprogramm „Partnerschaften für Demokratie Plus“. Die jüngsten Kürzungen des Bundesfamilienministeriums haben dazu geführt, dass über 200 Demokratieprojekte nicht mehr gefördert werden, Projekte zur Vielfalt nicht länger förderfähig sind und Mittel massiv gekürzt wurden. Während Städte wie Düsseldorf oder Münster dies noch kompensieren können, gilt das nicht für Gelsenkirchen, Duisburg und viele andere mit prekären Haushalten. Hier braucht es eine landesweite Unterstützung – damit unsere Demokratie wehrhaft bleibt.
- Und ich kämpfe für Demokratie im Betrieb – in Unternehmen und Verwaltungen: durch Mitbestimmungsformate, Ethikräte und Schulungen für Führungskräfte. Es reicht nicht, nach Fachkräften zu rufen. Wir müssen eine demokratische Willkommenskultur etablieren, damit diese Fachkräfte auch bleiben. Demokratie beginnt dort, wo Macht ausgeübt wird – auch im Kleinen.
Das ist konkrete Demokratiearbeit. Ja, sie ist anstrengend. Ja, sie kostet Geld. Aber eine schleichend verödende Demokratie würde uns viel mehr kosten.
2️⃣ Migration & Integration – nicht kürzen, sondern ausbauen
Das Zusammenleben unterschiedlicher Menschen in einer Gesellschaft bleibt das Herzstück unserer Demokratie. Deshalb müssen wir die Antworten auf die Fragen finden, die rechte Kräfte gezielt nutzen, um uns zu spalten – die Fragen zu Migration und Integration
Unter keinen Umständen dürfen wir dieses Thema den Rechten überlassen.
Wir sind diejenigen, die für die Rechte der Minderheiten in unserem Land einstehen.
Und wir sind diejenigen, die Vielfalt als Stärke für unser Land erachten und die Potenziale für morgen erkennen.
Integration muss gelingen – wer an Integration kürzt, spart an der Zukunft.
Deshalb brauchen wir keinen Abbau von Integrationsförderung – wir brauchen genau das Gegenteil: mehr Unterstützung. Das betrifft die Sprachkurse, die Komm-an-Programme für lokale Flüchtlingshilfe, die Sozialberatung, die Integrationsagenturen, die auskömmliche Finanzierung der Förderprogramme des Landes für die Migrantenorganisationen und vieles mehr.
Sozialverbände sind und bleiben das Rückgrat unseres Landes bei der Erfüllung der sozialen Interventionspflicht. Dazu gehören auch die tausenden Migrantenorganisationen im ganzen Land. Kürzungen bei der Armutsbekämpfung, Suchthilfe und Integrationsarbeit haben reale soziale Folgen, die wir abwenden müssen. Wir müssen ihre Arbeit deshalb gezielt stärken und auskömmlich finanzieren
Ich engagiere mich seit Jahren für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – für ihre Rechte, Teilhabe und Anerkennung. Als Sprecher der Landesvereinigung BuntGrün NRW, als integrationspolitischer Sprecher unserer Fraktion, als Geschäftsführer eines sozialen Trägers mit 120 Kolleg:innen aus über 40 Ländern.
3️⃣ Vielfalt & Partizipation
Ich sehe genau, wo wir Barrieren abbauen müssen: bei Sprache, bei Bildung, beim Arbeitsmarktzugang, bei Hürden in Behörden. Ich habe mir in den letzten Jahren viel Vertrauen bei vielen migrantischen Menschen, Vereinen, Initiativen im ganzen Land und vor allem in Düsseldorf erarbeiten können. Wir hätten heute die Chance, dieses Vertrauen zu nutzen für eine progressive GRÜNE Politik und eine wehrhafte Demokratie.
Ca. 46 Prozent der Düsseldorfer Bevölkerung haben eine Migrationsgeschichte. Sie sind nicht nur unsere Nachbar:innen, Kolleg:innen und Freund:innen – sie sind unsere Partner:innen im Kampf für Demokratie und Verbündete gegen Extremismus. Wir müssen sie ansprechen, beteiligen und ihre Stimmen hörbar machen. Lass uns ihnen ein Angebot machen, mit dem sie sich identifizieren können, dem sie Vertrauen schenken können. Ein Angebot, das sie motiviert und aktiviert.
Lasst uns die Vielfalt unserer Stadt nicht nur als Selbstverständlichkeit, sondern als Statement für eine moderne Einwanderungsgesellschaft nutzen.
Lasst uns die Potenziale unserer Stadt für eine offene Gesellschaft nutzen. Denn eine offene Gesellschaft ist die beste Heimat, die man sich wünschen kann.
Ich bin Samy Charchira und bewerbe mich um Ihr Vertrauen für den Landtag von Nordrhein-Westfalen.
Herzlichen Dank
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