| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 26. September 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5.1.2. Offene Plätze (6) |
| Antragsteller*in: | Theda de Morais Dourado (KV Düsseldorf) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 23.09.2026, 22:23 |
BEW12: Theda Dourado
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
letztes Jahr habt ihr mir erneut Eure Stimme gegeben, um als Delegierte für Düsseldorf wertvolle Perspektiven aus dem Kreisverband, meiner Berufspraxis und Lebensrealität einzubringen. Dies möchte ich in diesen widrigen Zeiten gerne weiterhin tun.
Denn gerade jetzt dürfen wir nicht aufgeben, sondern müssen Gerechtigkeit und Freiheit FÜR ALLE verteidigen. Dies steht in unserem Grundsatzprogramm, macht uns GRÜNE aus – und ist aktuell massiv bedroht.
Als Psychologin in einer Schwangerschafts(konflikt)beratungsstelle werde ich täglich mit strukturellen Ungerechtigkeiten konfrontiert, die politischen Handlungsbedarf aufzeigen. Faktoren wie Armut, Bildung, Aufenthaltsstatus und Rassismus, aber auch Elternschaft und natürlich mangelnde Geschlechtergerechtigkeit spielen hier eine Rolle. Diese wirken zusammen und verschärfen sich gegenseitig.
Daher trete ich für eine Politik ein, die Mehrfachdiskriminierung sowie vermeintlich unsichtbare Barrieren wahrnimmt und auch die leisen Stimmen, die vielleicht Angst oder keine Lobby haben, hört und schützt. Wir Bündnisgrüne müssen bei einer Politik der echten Problemlösungen bleiben, und gesellschaftlichen Zusammenhalt durch die Bekämpfung sozialer Ungleichheit stärken, statt auszuschließen und die Schwächsten zu Sündenböcken zu machen.
Was bei den vielfältigen Problemlagen meiner Klient*innen auch sehr deutlich wird: bestimmte Perspektiven fehlen bei Entscheidungsträge*innen einfach. Doch gerechte und realitätsnahe Politik kann nur gelingen, wenn wir nicht nur über unterrepräsentierte Gruppen sprechen, sondern so viele Perspektiven wie möglich mit am Tisch sitzen. Dafür ist der Politikbetrieb aber immer noch nicht ausgerichtet – das bekomme ich als Alleinerziehende viel zu oft zu spüren. Deswegen setze ich mich dafür ein, dass Barrieren für Teilhabe am politischen Geschehen abgebaut werden. Hierfür habe ich beispielsweise ein innerpartieliches Alleinerziehenden-Netzwerk initiiert und mich dafür eingesetzt, dass die im Frauenstatut vorgeschriebene Kinderbetreuung bei GRÜNEN Veranstaltungen stattfindet.
Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die Perspektiven aus Düsseldorf mitzunehmen und meine Stimme als Delegierte weiterhin wertvoll einzusetzen. Ich sehe es als meine Aufgabe an, mich auf verschiedenen Ebenen aktiv einzubringen. So konnte ich in den letzten Jahren Erfahrung beim Verhandeln von Anträgen sammeln und mich insbesondere für soziale Gerechtigkeit, Feminismus und Kinderrechte einsetzen.
Denn genau hier geht es rückwärts statt vorwärts. Sozialleistungen werden abgebaut, an der sozialen Infrastruktur wird gespart und während am 20.09. noch die Kinderrechte gefeiert wurden, sollen Kinder zum Deutsch-lernen in eine fremde Umgebung gezwungen werden, statt in mentale Gesundheit und Sprache durch Beziehung zu investieren.
Und während uns der Fall Lindsay Clancy in den USA auf erschütternde Weise vor Augen führt, wie dringend Mütter rund um Schwangerschaft und Geburt Unterstützung und Zugang zu guter medizinischer und psychischer Versorgung brauchen, soll künftig bei der Schwangerenvorsorge gedeckelt und bei der Bezugsdauer des Elterngelds gekürzt werden. Auch in Nordrhein-Westfalen finden Schwangere keine Hebamme und die Wege zur nächsten Geburtsklinik werden länger. Der Zugang zu Schwangerschaftabbrüchen nimmt weiter ab.
Eins der häufigsten Themen in meiner Beratung ist Wohnraum. Auch hier zeigt sich, wie eng soziale Gerechtigkeit und Teilhabe miteinander verbunden sind. Bezahlbarer Wohnraum ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Er ist Rückzugsort, Gesundheitsfakktor und Ausgangspunkt für unser gesamtes Leben: für soziale Netzwerke, Kita und Schule, für die Ärztin um die Ecke, für Spielplätze, Grünflächen und Orte zum Durchatmen. Wohnen bestimmt mit, welche Möglichkeiten Menschen haben, ihren Alltag zu gestalten, Beziehungen zu pflegen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Bezahlbares Wohnen ist für mich deshalb die soziale Frage unserer Zeit.
Im Koalitionsvertrag (NRW) von 2022 steht, wir „wollen dafür sorgen, dass Nordrhein-Westfalen das soziale Gewissen der Bundesrepublik bleibt.“ Dafür müssen wir weiter kämpfen.
Auf der kommenden LDK möchte ich meine Stimme also den Kandidierenden geben, die den Zusammenhalt in der Gesellschaft und auch unsere Demokratie durch soziale Gerechtigkeit erhalten wollen.
Meine bisherigen Rollen bei den GRÜNEN:
- Seit 2025: Sachkundige Bürgerin im Gleichstellungsausschuss der Stadt Düsseldorf
- Seit 2025: BDK-Delegierte für den KV Düsseldorf
- 2024-2025: Mitglied der Strukturkommision des KV Düsseldorf
- Seit 2023: Delegierte im Bundesfrauenrat für NRW
- Seit 2023: LDK-Delegierte für den KV Düsseldorf
- Seit 2023: Teil der Orga-Gruppe des FINTA*-Netzwerks des KV Düsseldorf
- Seit 2022: Co-Sprecherin der LAG Frauen NRW
- 2021-2023: Co-Sprecherin der Stadtteilgruppe 2 (Flingern/Düsseltal)
Eine Auswahl vergangener Anträge:
Bei Fragen meldet euch gerne!
Per E-Mail: thedadourado[at]gmail.com
oder über instagram!
- Alter:
- 39
- Geschlecht:
- w
- Geburtsort:
- Göttingen
- Stadtbezirksgruppe:
- 2