| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 26. September 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5.1.2. Offene Plätze (6) |
| Antragsteller*innen: | Jürgen Waibel Jürgen Waibel (KV Düsseldorf) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 21.09.2026, 16:36 |
BEW6: Jürgen Waibel
Selbstvorstellung
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir alle treffen heute gemeinsame Entscheidungen über eine Zukunft,
die irgendwann unsere eigene Gegenwart sein wird.
Heute sind wir gesund. Morgen brauchen wir vielleicht Pflege.
Heute kümmern wir uns um unsere Kinder. Morgen vielleicht um unsere Eltern.
Heute stehen wir mitten im Berufsleben. Und irgendwann fragen wir uns, ob das, was wir ein Leben lang geleistet haben, für ein gutes Leben im Alter reicht.
Keiner von uns bleibt in der Lebensphase, in der er heute ist.
Und genau deshalb bedeutet Generationengerechtigkeit für mich, Politik über Lebensphasen hinweg zu denken.
Als ihr mich vor zwei Jahren zum LDK-Delegierten gewählt habt, war mein politischer Blick noch sehr stark auf die Arbeit hier in Düsseldorf gerichtet.
Durch dieses Mandat habe ich erfahren, wie eng unsere Arbeit im Kreisverband mit den Entscheidungen auf Landesebene verbunden ist und wie vieles, was wir dort diskutieren und entscheiden, wiederum in die Bundespartei hineinwirkt.
Aus der Arbeit im Kreisverband wurde für mich zunehmend Arbeit über die Ebenen hinweg. Nicht, weil mir Düsseldorf weniger wichtig geworden wäre, sondern weil ich verstanden habe, dass wir viele unserer Themen nur dann wirklich voranbringen, wenn wir sie aus dem Kreisverband heraus in die Landespartei und manchmal bis auf die Bundesebene tragen.
Das Delegiertenmandat hat deshalb nicht nur verändert, wo ich politisch mitarbeite. Es hat auch verändert, wie ich politische Arbeit verstehe.
Ich habe gelernt, wie Entscheidungsprozesse auf Landesebene funktionieren und wie komplex innerparteiliche Prozesse sein können. Und ich habe gelernt, stärker über einzelne Themen hinauszuschauen, Zusammenhänge zu erkennen und zu sehen, dass eine politische Entscheidung an einer Stelle oft Auswirkungen an einer ganz anderen Stelle hat.
Vor allem hat sich mein Blick über Düsseldorf hinaus erweitert. Für mich bedeutet das, die Interessen und Perspektiven unseres Kreisverbandes auf Landesebene einzubringen und dort wirksam zu machen.
Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Landespolitik davon lebt, unterschiedliche Lebensrealitäten, Regionen und politische Erfahrungen aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammenzubringen. Wer dort etwas erreichen will, muss beides können: die eigene Perspektive vertreten und die Perspektiven anderer verstehen.
Meine Arbeit in Landesarbeitsgemeinschaften, als Sprecher der GRÜNE ALTE Landesvereinigung NRW und als unser Entsandter in die LAGSO NRW hat diesen Blick noch einmal erweitert. Dort vertrete ich die Perspektiven älterer grüner Mitglieder aus ganz Nordrhein-Westfalen und nehme zugleich Erfahrungen, Fragen und Ideen aus unterschiedlichen Regionen für unsere gemeinsame politische Arbeit auf.
Ich möchte diese unterschiedlichen Perspektiven miteinander verbinden, Erfahrungen und Ideen aufnehmen und meine eigenen politischen Vorstellungen dort einbringen, wo wir gemeinsam etwas daraus entwickeln können.
Und ich habe gelernt, dass das Konstanz braucht. Politische Ideen setzen sich selten durch, weil man sie einmal auf einer Sitzung oder einer LDK vorträgt. Man muss sie weiterentwickeln, Mitstreiter*innen finden, zuhören, andere Perspektiven aufnehmen und manchmal einen ziemlich langen Atem haben.
Wie das aussehen kann, haben wir zum Beispiel bei unserem Düsseldorfer Antrag zur Situation Alleinerziehender erlebt. Gemeinsam ist es gelungen, den Blick um die langfristigen Folgen von Care-Arbeit, unterbrochenen Erwerbsbiografien und die daraus entstehenden Risiken im Alter zu erweitern.
Genau solche Zusammenhänge interessieren mich: nicht nur die Frage, was eine politische Entscheidung heute bewirkt, sondern auch, was daraus in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren entsteht.
Und ich bin noch nicht fertig.
Es gibt Ideen, die ich weiterverfolgen möchte, Themen, die nicht mit einem Antrag oder einer LDK erledigt sind, und Verbindungen zwischen Düsseldorf, dem Land und darüber hinaus, die ich weiter ausbauen und für unsere gemeinsame politische Arbeit nutzen möchte.
Deshalb bewerbe ich mich heute erneut als euer LDK-Delegierter.
Ich möchte in den kommenden zwei Jahren vor allem drei Dinge weiter voranbringen: die soziale Seite von Generationengerechtigkeit, die Verbindung zwischen den Themen unseres Kreisverbands und der Landespolitik sowie eine politische Kultur, in der gute Ideen nicht nach einem Parteitag verschwinden, sondern weitergetragen werden.
Ich will Düsseldorfer Perspektiven nicht nur vertreten, sondern auch wieder zurückbringen: mit Rückmeldungen aus der Landespolitik, mit neuen Bündnissen und mit dem Anspruch, aus Beschlüssen konkrete politische Arbeit zu machen.
Denn die Entscheidungen, die wir treffen, verschwinden nicht mit dem Ende eines Parteitags. Sie begleiten Menschen weiter.
Manchmal ein Jahr.
Manchmal ein Jahrzehnt.
Manchmal ein ganzes Leben.
Und irgendwann begegnen uns die Entscheidungen von heute in unserem eigenen Leben wieder.
Deshalb möchte ich weiter hinschauen, weiter fragen und weiter dafür sorgen, dass Düsseldorf auf Landesebene nicht nur vertreten ist, sondern mitgestaltet.
Dafür bitte ich Euch erneut um Euer Vertrauen.
- Alter:
- 64
- Geburtsort:
- Düsseldorf
- Stadtbezirksgruppe:
- 1