| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 26. September 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 7. Verschiedenes |
| Antragsteller*innen: | Martha Schuldzinski (KV Düsseldorf) Marita Gasteiger (KV Düsseldorf) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 21.09.2026, 17:11 |
V2: SToP: Gewalt gegen Frauen durch gezielte Prävention wirksam bekämpfen
Antragstext
- Der KV Düsseldorf fordert die Umsetzung des Konzepts SToP (Stadtteile ohne
Partnergewalt) in Düsseldorf.
- Der KV Düsseldorf fordert das Land NRW auf, das Konzept SToP in den
Kommunen
bekannt zu machen und die Kommunen bei der Umsetzung zu unterstützen.
- Der KV Düsseldorf stellt, bei Bedarf, einen entsprechenden Änderungsantrag
an das
Landtagswahlprogramm.
Begründung
Die Zahlen zu Gewalt gegen Frauen sind in Deutschland nach wie vor hoch - fast jeden
zweiten Tag wird eine Frau von ihrem Partner, Ex-Partner oder einem Familienmitglied
ermordet - und da sind die Fälle von häuslicher Gewalt, die nicht mit dem Tod endet
noch gar nicht einbezogen. Alle drei Minuten wird eine Frau oder ein Mädchen Opfer
häuslicher Gewalt.
Um dieser zu begegnen, brauchen wir eine starke Frauenhilfe Infrastruktur. Das Gewalt
Hilfegesetz und seine geplante Umsetzung auf Landesebene sind wichtige Schritte in
die richtige Richtung. Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser und Expert:innen fordern
seit Jahren -zu Recht- mehr finanzielle Mittel.
Für uns ist klar: Wir wollen Betroffene von Gewalt unterstützen und wir wollen daran
arbeiten, dass Gewalt gar nicht erst entsteht. Dazu brauchen wir konkrete
Präventionsangebote. Das Konzept “Stadtteile ohne Partnergewalt” - kurz StoP - setzt im
sozialen Nahbereich an, also dort, wo häusliche Gewalt stattfindet. Es arbeitet
niederschwellig mit Bewohner:innen in Nachbarschaften, sensibilisiert Bürger:innen für
Hinweise auf häusliche Gewalt und zeigt, was jede:r einzelne tun kann, der:die Gewalt
beobachtet. Ziel ist es, Gewalt nicht erst zu verurteilen, wenn sie passiert ist, sondern
ihr vorzubeugen, Isolation zu durchbrechen und langfristig eine klare Haltung gegen
Partnergewalt im Stadtteil zu verankern. Die Initiative zeichnet sich insbesondere
dadurch aus, dass sie diverse Zielgruppen vor Ort einbezieht: So werden beispielsweise
Männer und Jungen in unterschiedlichen Formaten zum Austausch eingeladen. Sie
werden damit als Akteure befähigt, gewaltsame Dynamiken bei sich und anderen zu
erkennen, couragiert einzugreifen und konkrete Schritte zu setzen. Das Projekt stärkt
Zivilcourage, vermittelt Handlungsmöglichkeiten und schafft niedrigschwellige
Unterstützungsstrukturen im direkten Lebensumfeld der Menschen.
Derzeit wird StOP in NRW nur in Bielefeld umgesetzt, weitere Koordinierungsstellen gibt
es mittlerweile in zahlreichen deutschen Städten wie Berlin, Hamburg, Dresden,
Braunschweig, Oldenburg, in sämtlichen österreichischen Landeshauptstädten und
auch in Schweizer Städten. Es ist mehr als an der Zeit, für eine solche Community-Initiative auch in Düsseldorf!
StoP ist eine einzigartige Initiative, denn
- sie setzt im sozialen Nahbereich ein, auf Basis einer lokalen Koordinierungsstelle im
Stadtteil
- sie nimmt das unmittelbare Umfeld von Betroffenen (unabhängig vom
Geschlecht) in die Pflicht, solidarisch und unterstützend zu handeln
- Nachbar:innen, Freund:innen, Bekannte sie setzt an, bevor etwas passiert und
vermittelt Handlungsmöglichkeiten und Zivilcourage
- sie enttabuisiert das Thema häuslicher Gewalt, da es unabhängig von aktuellen
Vorfällen im Mittelpunkt steht (z.B. über Öffentlichkeitsarbeit,
Nachbarschaftsgespräche, Stadtteilaktionen, Frauen- und Männerstammtische,
Workshops zu Zivilcourage und vielem mehr)
Mehr Infos:
Link zu StoP-Bielefeld: https://www.frauenberatung-bielefeld.de/de/bildung-und-
gewaltpraevention/stop-stadtteile-ohne-partnergewalt/
Link zu StoP Österreich: https://www.stop-partnergewalt.at/
Antragstellerinnen:
Marita Gasteiger und Martha Schuldzinski
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