| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 29. Oktober 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2. Anträge aus der Mitgliederversammlung vom 26.09.2026 |
| Antragsteller*innen: | Martha Schuldzinski (KV Düsseldorf) Marita Gasteiger (KV Düsseldorf) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 15.10.2026, 10:36 |
A3: SToP: Gewalt gegen Frauen durch gezielte Prävention wirksam bekämpfen
Antragstext
Begründung
Die Zahlen zu Gewalt gegen Frauen sind in Deutschland nach wie vor hoch - fast jeden zweiten Tag wird eine Frau von ihrem Partner, Ex-Partner oder einem Familienmitglied ermordet - und da sind die Fälle von häuslicher Gewalt, die nicht mit dem Tod endet noch gar nicht einbezogen. Alle drei Minuten wird eine Frau oder ein Mädchen Opfer häuslicher Gewalt.
Um dieser zu begegnen, brauchen wir eine starke Frauenhilfe Infrastruktur. Das Gewalt Hilfegesetz und seine geplante Umsetzung auf Landesebene sind wichtige Schritte in die richtige Richtung. Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser und Expert:innen fordern seit Jahren -zu Recht- mehr finanzielle Mittel.
Für uns ist klar: Wir wollen Betroffene von Gewalt unterstützen und wir wollen daran arbeiten, dass Gewalt gar nicht erst entsteht. Dazu brauchen wir konkrete Präventionsangebote. Das Konzept “Stadtteile ohne Partnergewalt” - kurz StoP - setzt im sozialen Nahbereich an, also dort, wo häusliche Gewalt stattfindet. Es arbeitet niederschwellig mit Bewohner:innen in Nachbarschaften, sensibilisiert Bürger:innen für Hinweise auf häusliche Gewalt und zeigt, was jede:r einzelne tun kann, der:die Gewalt beobachtet.
Ziel ist es, Gewalt nicht erst zu verurteilen, wenn sie passiert ist, sondern ihr vorzubeugen, Isolation zu durchbrechen und langfristig eine klare Haltung gegen Partnergewalt im Stadtteil zu verankern. Die Initiative zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie diverse Zielgruppen vor Ort einbezieht: So werden beispielsweise Männer und Jungen in unterschiedlichen Formaten zum Austausch eingeladen. Sie werden damit als Akteure befähigt, gewaltsame Dynamiken bei sich und anderen zu erkennen, couragiert einzugreifen und konkrete Schritte zu setzen. Das Projekt stärkt Zivilcourage, vermittelt Handlungsmöglichkeiten und schafft niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen im direkten Lebensumfeld der Menschen.
Derzeit wird StOP in NRW nur in Bielefeld umgesetzt, weitere Koordinierungsstellen gibtes mittlerweile in zahlreichen deutschen Städten wie Berlin, Hamburg, Dresden, Braunschweig, Oldenburg, in sämtlichen österreichischen Landeshauptstädten und auch in Schweizer Städten. Es ist mehr als an der Zeit, für eine solche Community-Initiative auch in Düsseldorf!
StoP ist eine einzigartige Initiative, denn
- sie setzt im sozialen Nahbereich ein, auf Basis einer lokalen Koordinierungsstelle im Stadtteil
- sie nimmt das unmittelbare Umfeld von Betroffenen (unabhängig vom Geschlecht) in die Pflicht, solidarisch und unterstützend zu handeln
- Nachbar:innen, Freund:innen, Bekannte sie setzt an, bevor etwas passiert und vermittelt Handlungsmöglichkeiten und Zivilcourage
- sie enttabuisiert das Thema häuslicher Gewalt, da es unabhängig von aktuellen Vorfällen im Mittelpunkt steht (z.B. über Öffentlichkeitsarbeit, Nachbarschaftsgespräche, Stadtteilaktionen, Frauen- und Männerstammtische, Workshops zu Zivilcourage und vielem mehr)
Mehr Infos:
Link zu StoP Österreich: https://www.stop-partnergewalt.at/
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